Resümée Aufstellungen

Dieses Resümee zu schreiben ist mir aus vielerlei Gründen wichtig:

  • Es gibt viele Berührungsängste mit dieser sehr wertvollen Therapiemethode
  • Es gibt viele Missverständnisse bei der Interpretation von Erlebnissen während der Aufstellung und bei der Interpretation von eigenen Gefühlen nach der Aufstellung
  • Es gibt LeiterInnen, die wenig Kompetenz haben und dadurch für noch mehr Missverständnisse und auch für eine Zunahme der Berührungsängste sorgen

Die Aufstellungen sind grundsätzlich ein Prozess im Unterbewusstsein des Menschen (der die Aufstellung machen lässt) der sich im Außen in der Form der Aufstellung darstellt bzw. spiegelt.
Ich persönlich habe im Zeitrahmen von 2001 bis 2014 vier Ausbildungen von jeweils 1,5 bis 2 Jahren gemacht und zwölf Fortbildungen im Ausmaß von 1 – 15 Tagen. Außerdem war ich in dieser Zeit bei ca. 1.100 Aufstellungen als Repräsentantin dabei und seit 2005 habe ich mindestens 500 Aufstellungen selbst geleitet. UND das systemische Denken war und ist mir noch nie fremd gewesen, ganz im Gegenteil, es war mir schon immer vertraut.

Bei den von mir geleiteten Aufstellungen spielt das Bewusstsein der Menschen, die eine Aufstellung machen lassen eine große Rolle. Je mehr der Mensch sich seiner Verantwortung in seinem eigenen Leben bewusst ist (d.h. verantwortlich sein für seine eigenen Gefühle und vor allem für die Lebenssituationen, in die er kommt), umso mehr ist die Aufstellung im Fluss. Je weniger ein Mensch dieses Bewusstsein hat, umso mühsamer, schwerer und langatmiger kann die Aufstellung insgesamt sein.
Bewusstsein kann der Mensch in Einzelgesprächen bei mir erreichen. Manche Menschen brauchen, um ein gewisses Maß an Bewusstsein zu haben viele Einzelgespräche und manche brauchen weniger. Mindestens jedoch 5 Gespräche vorher sind angebracht und sinnvoll ist für alle Aufstellungen, dass einen Monat später ein Nachgespräch stattfindet, in dem noch Kleinigkeiten korrigiert werden können.

Meine erste Aufstellung zu der ich jetzt ein Resümee schreibe, fand am 1. September 2017 statt! Das Thema lautete: „Ich möchte, dass Liebe und Vertrauen in mein Familiensystem einfließen und sich dort ausbreiten“! Der Mensch, der bei mir diese Aufstellung gemacht hat, hatte nur ganze zwei Einzelgespräche geführt. Und die Aufstellung war dementsprechend. Es waren 23 Repräsentanten anwesend und 20 davon am Prozess beteiligt. Einige Teilnehmer haben die Übersicht verloren und andere wiederum hatten das Gefühl, dass Ihnen diese große Anzahl an Repräsentanten bzw. an Eindrücken und Gesprächen zu viel waren.
Die Wahrheit ist, dass jeder Mensch, der an einer Aufstellung teilnimmt, weder den Überblick noch den Durchblick braucht (das ist meine Aufgabe als Leitung), sondern sich lediglich auf seine eigenen emotionalen Prozesse zu konzentrieren hat, bzw. sich auf seine eigenen Gefühle, Gedanken und Bilder einlassen sollte. Dann bringt die Teilnahme an einer Aufstellung das meiste, d.h. es können eigene Probleme gelöst werden, ähnlich wie in einem Einzelgespräch!

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